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Kurfürstliches Residenzschloss und Hofgarten Bonn

Fürstliches Domizil für die neue Universität

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53113 Bonn

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Fürstliches Domizil für die neue Universität


An Alter und Tradition sei die von Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. mit Stiftungsurkunde vom 18. Oktober 1818 gegründete Universität zu Bonn mit der Konkurrenz in Heidelberg oder Köln nicht zu vergleichen, gesteht 1976 ein Beitrag in den „Rheinischen Kunststätten“ zu. Sie stehe jedoch „am Beginn einer für die Rheinlande gänzlich neuen Epoche geistigen und politischen Lebens“. Die Gründung der Universität Bonn fiel in ein „Zeitalter des Idealismus und der Aufklärung“, schreibt sie selbst, und noch heute fühle man sich „dem Humboldtschen Ideal der Einheit von Forschung und Lehre verpflichtet“. Später waren hier Heinrich Heine und Karl Marx eingeschrieben, Friedrich Nietzsche und Konrad Adenauer, Robert Schumann und Max Ernst. Gegenwärtig zählt die Uni mit ihrem „exzellenten Ruf im In- und Ausland“ rund 31 000 Studierende.


Ob die jungen Leute alle wissen, dass das Hauptgebäude ihrer Hochschule jahrhundertelang Residenz der Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln war und obendrein mit seiner 480 Meter langen Front eines der größten Barockschlösser Europas ist? Nachdem 1689 der Vorgängerbau im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört worden war, begann Kurfürst Joseph Clemens ein knappes Jahrzehnt später damit, einen riesigen Neubau errichten zu lassen. Doch weder er selbst noch seine Nachfolger Clemens August, Max Friedrich und Max Franz brachten es fertig, die imponierend geplante Residenz ganz zu vollenden; außerdem richtete ein Brand im Jahr 1777 unermesslichen Schaden an. Und so stand nur der Flügel zum Hofgarten, als die Universität 1818 eröffnet wurde.


Erst mit Ende einer vierjährigen Ausbauphase im Oktober 1930 wurde die Ursprungsidee von Hofbaumeister Enrico Zucalli – eine kastellartige Anlage mit vier Türmen – realisiert. Die Bonner Hochschule, damals mit 8 000 Studenten die viertgrößte im deutschen Reich, verfügte nun über ein fürstliches Domizil. Aber „der geistigen Austrocknung“, so die Universität, „folgte die physische Zerstörung: Am 18. Oktober 1944 legte ein schwerer Bombenangriff auf die Bonner Innenstadt auch das Hauptgebäude der Universität in Schutt und Asche.“ Schon zum Wintersemester 1945/46 wurde die Universität allerdings wieder eröffnet und erwarb sich dank Tradition und internationaler Ausrichtung „Ansehen und Anziehungskraft“.




(Bilder: Universität Bonn, Presseamt der Bundesstadt Bonn, Presseamt der Bundesstadt Bonn, Universität Bonn, Fotograf Wolfgang G. Klein, Tourismus & Congress GmbH)