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Haupttorgebäude der Zitadelle

Zitadelle Wesel

Größte erhaltene Festungsanlage des Rheinlandes

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An der Zitadelle 6

46483 Wesel

Im Jahre 1687 befahl der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. zur Stärkung der Befestigungsanlage in Wesel den Bau einer Zitadelle. Zunächst plante und leitete Generalquartiermeister Dupuy die Durchführung der Bauarbeiten an der Festung Wesel, doch ab 1689 wurde ihm der Ingenieur F.R.Joh. de Corbin zugeteilt, der diese Aufgabe ab 1690 übernahm. Seine Pläne zur Umgestaltung der Festungsanlagen beruhten auf Manieren von Menno van Coehorn und von Sebastian le Prêtre de Vauban.
Die Zitadelle sollte im Süden der Stadt errichtet werden. Corbin entwickelte mehrere Lösungen zum Bau einer Zitadelle mit Anbindung an die Stadtbefestiung. Das Ergebnis seiner Planungen war eine Zitadelle, die mit fünf Bastionen und fünf Ravelins ausgestattet war. Die Zitadelle war im Osten und Westen durch stumpfe Bastionen an den Festungsgürtel der Stadt angeschlossen. Die fünf Zitadellenbastionen erhielten dazu noch zurückliegende Flanken.

Von 1702 bis 1722 übernahm nach Corbin Jan de Bodt die Aufsicht über die Bauarbeiten. Von ihm stammt das 1718 errichtete Haupttor in der Zitadelle. Vermutlich bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts ist die Zitadelle auf ihrer Süd- und Ostseite mit ausgedehnten Werken verstärkt worden. Sie gilt als die größte ihrer Art im Rheinland.

In der Zeit französischer Besatzung von 1805 - 1814 entwickelten die Franzosen eine rege Bautätigkeit in und an den Festungsanlagen der Stadt und der Zitadelle. So errichteten sie in der Zitadelle ein zweigeschossisges Ziegelsteingebäude ohne Unterkellerung, das noch heute Bestand hat - die ehemalige Kaserne VIII.

In den Jahren 1919 bis 1920 wurde als Folge der nach dem Ersten Weltkrieg durch die alliierten Streitkräfte angeordneten Entmilitarisierung des Rheinlandes die Festungswerke der Zitadelle von Grund auf zerstört. Einige Gebäude überstanden diese Zerstörungen.

Das heutige "Kulturzentrum Zitadelle" beherbergt das Preußen-Museum NRW, das Städtische Museum Abteilung Schillkasematte, das Stadtarchiv mit Restaurierungswerkstatt sowie die Musik- und Kunstschule.