Kirche
Synagoge Stommeln
Hauptstraße 85a (hinter der Nr. 85), 50259 Pulheim
Die 1882 erbaute Synagoge in Pulheim-Stommeln ist heute das einzige erhaltene jüdische Gotteshaus im Rhein-Erft-Kreis, nachdem in der Progromnacht 1938 alle anderen Synagogen im Kölner Raum zerstört wurden.
Historie
Ihre höchste Mitgliederzahl erreichte die jüdische Gemeinde 1861 mit 78 Personen. 1890 lebten 40 Juden in Stommeln. Nach dem ersten Weltkrieg verließen immer mehr Juden Stommeln und zogen in die Großstadt oder ins Ausland. Vermutlich 1926 übersiedelte der letzte Gemeindevorsteher nach Köln. Zu dieser Zeit fanden wahrscheinlich keine Gottesdienste mehr in der Synagoge statt, weil der dafür erforderliche minjan (zehn erwachsene Männer) nicht zusammen kam. Die letzten in Stommeln verbliebenen Juden wurden 1942 von den Nationalsozialisten deportiert.
Dass die Synagoge nicht wie fast alle anderen Synagogen niedergebrannt wurde, lag an dem Umstand, dass die jüdische Gemeinde die Synagoge bereits im Mai 1937 unter dem Druck der wachsenden Verfolgung an einen benachbarten Landwirten verkauft hatte und dieser das Gebäude als Abstellplatz nutzte.
1977 startete der Verein für Geschichte und Heimatkunde gemeinsam mit der Stommeler Freiwilligen Feuerwehr Bemühungen, das Kulturdenkmal zu erhalten. Die Stadt Pulheim erwarb das Gebäude 1979 und schuf so die Voraussetzungen für seine Restaurierung.
Seit 1983 wird die Synagoge als städtisches Kulturzentrum genutzt. 1991 initiierte die Stadt das Kunstprojekt Synagoge Stommeln - eine Reihe von Ausstellungen international renommierter Künstler.
Die Synagoge als Kunstort
Max Neuhaus gilt als Pionier und einer der bedeutendsten Vertreter der Gattung Klanginstallation. Zu seinen bekanntesten Installationen in Europa gehören seine Arbeiten für die documenta IX 1992 oder für die Biennale von Venedig 1999.
2007 entwickelte er eine permanente Klanginstallation für die Synagoge. Sein "Time Piece Stommeln" adaptiert eine halachische, auf jüdischem Religionsgesetz beruhende Zeiteinteilung zwischen Sonnenauf- und -untergang. Das Klangsignal beginnt unüberhörbar, schwillt über die Dauer weniger Minuten unmerklich an, um plötzlich abrupt abzubrechen und ein Empfinden von Stille zu erzeugen. Das Klangsignal ertönt dreizehn Mal am Tag, die Abstände zwischen den einzelnen Signalen ändern sich täglich analog zum Sonnenstand.
Mit dieser Arbeit gibt Neuhaus der Synagoge eine Stimme und projiziert sie akustisch in den Mittelpunkt des Ortes. Damit entsteht erstmals im Zusammenhang des Synagogenprojektes ein Kunstwerk, das als Arbeit im öffentlichen Raum dauerhaft in Stommeln verbleibt und an die Existenz einer jüdischen Gemeinde in der dörflichen Gemeinschaft vor dem Nationalsozialismus erinnert. Die täglich wechselnden Zeiten der Klanginstallation können in der Kulturabteilung der Stadt Pulheim erfragt werden.
Ihre höchste Mitgliederzahl erreichte die jüdische Gemeinde 1861 mit 78 Personen. 1890 lebten 40 Juden in Stommeln. Nach dem ersten Weltkrieg verließen immer mehr Juden Stommeln und zogen in die Großstadt oder ins Ausland. Vermutlich 1926 übersiedelte der letzte Gemeindevorsteher nach Köln. Zu dieser Zeit fanden wahrscheinlich keine Gottesdienste mehr in der Synagoge statt, weil der dafür erforderliche minjan (zehn erwachsene Männer) nicht zusammen kam. Die letzten in Stommeln verbliebenen Juden wurden 1942 von den Nationalsozialisten deportiert.
Dass die Synagoge nicht wie fast alle anderen Synagogen niedergebrannt wurde, lag an dem Umstand, dass die jüdische Gemeinde die Synagoge bereits im Mai 1937 unter dem Druck der wachsenden Verfolgung an einen benachbarten Landwirten verkauft hatte und dieser das Gebäude als Abstellplatz nutzte.
1977 startete der Verein für Geschichte und Heimatkunde gemeinsam mit der Stommeler Freiwilligen Feuerwehr Bemühungen, das Kulturdenkmal zu erhalten. Die Stadt Pulheim erwarb das Gebäude 1979 und schuf so die Voraussetzungen für seine Restaurierung.
Seit 1983 wird die Synagoge als städtisches Kulturzentrum genutzt. 1991 initiierte die Stadt das Kunstprojekt Synagoge Stommeln - eine Reihe von Ausstellungen international renommierter Künstler.
Die Synagoge als Kunstort
Max Neuhaus gilt als Pionier und einer der bedeutendsten Vertreter der Gattung Klanginstallation. Zu seinen bekanntesten Installationen in Europa gehören seine Arbeiten für die documenta IX 1992 oder für die Biennale von Venedig 1999.
2007 entwickelte er eine permanente Klanginstallation für die Synagoge. Sein "Time Piece Stommeln" adaptiert eine halachische, auf jüdischem Religionsgesetz beruhende Zeiteinteilung zwischen Sonnenauf- und -untergang. Das Klangsignal beginnt unüberhörbar, schwillt über die Dauer weniger Minuten unmerklich an, um plötzlich abrupt abzubrechen und ein Empfinden von Stille zu erzeugen. Das Klangsignal ertönt dreizehn Mal am Tag, die Abstände zwischen den einzelnen Signalen ändern sich täglich analog zum Sonnenstand.
Mit dieser Arbeit gibt Neuhaus der Synagoge eine Stimme und projiziert sie akustisch in den Mittelpunkt des Ortes. Damit entsteht erstmals im Zusammenhang des Synagogenprojektes ein Kunstwerk, das als Arbeit im öffentlichen Raum dauerhaft in Stommeln verbleibt und an die Existenz einer jüdischen Gemeinde in der dörflichen Gemeinschaft vor dem Nationalsozialismus erinnert. Die täglich wechselnden Zeiten der Klanginstallation können in der Kulturabteilung der Stadt Pulheim erfragt werden.
Kontakt
Adresse
Hauptstraße 85a (hinter der Nr. 85)
50259 Pulheim
Ansprechpartner
Frau Stadt Pulheim - Kulturabteilung
Telefon
Verwaltungsadresse
Stadt Pulheim - Kulturabteilung
Alte Kölner Straße 26
50259 Pulheim
Rhein-Erft Tourismus e.V.
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