Mit der Classicissima Colonia in den Frühling
Ein Rennen mit Tradition - das ist der Klassiker Köln-Schuld-Frechen. Im Jahr 1919 wurde es zum ersten Mal ausgetragen. Nach dem Start im Zentrum von Köln nahmen die Fahrer Kurs Richtung Eifel. Im beschaulichen Eifelort Schuld gab es für die Rennfahrer eine kurze Verpflegungspause und zurück ging es wieder nach Köln. Das große Eröffnungsrennen im Rheinland wurde bis ins Jahr 1939 vom RC Vorwärts veranstaltet.
Nach dem Krieg erinnerte sich der Kölner Radsportverein RC Adler Köln 1921 e.V. unter seinem damaligen Vorsitzenden Addy Viehöver an dieses Rennen und richtete es 1952 zum ersten Mal wieder aus. Seitdem findet es jedes Jahr in ununterbrochener Reihenfolge statt und etablierte sich schnell zum ersten Test der Straßensaison.
1969 heißt es zum 1. Mal "Köln-Schuld-Frechen".
Viele bekannte Namen der deutschen Radsportgeschichte sind in den Startlisten der Vergangenheit zu finden. Ob nun Rudi Altig, Hennes Junkermann, Rolf Wolfshohl, Dietrich Thurau, Klaus Peter Thaler, Marcel Wüst, Erik Zabel , Ralf Grabsch oder André Greipel - alle waren sie als Schüler, Jugendfahrer oder Amateur mindestens einmal dabei.
Tausende Starter sahen die Zuschauer in den vergangenen Jahren am Start, zeitweilig gingen 1.400 Rennfahrer ins Rennen. Aufgrund der vielen Nennungen musste des öfteren das Feld der C-Klasse in gerade und ungerade Startnummern geteilt werden. Es gab zwei Wertungen und daher auch zwei Sieger.
Im Jahr 1990 fuhr die Hauptklasse um Bundesliga-Punkte. In den Jahren davor gab es Punkte für die BDR-Sonderwertung um das Grüne Band.
1992 erhält "Köln-Schuld-Frechen" den Zusatz"Klassiker des BDR"
In 2008 führt die Rennstrecke erstmalig durch die Kreisstadt Euskirchen. In Bahnhofsnähe findet für die 2 Männerklassen, die Frauenklasse und die U 19 eine Sprintwertung statt.
Seit nunmehr 90 Jahren heißt es "Straße frei..." beim Radklassiker "Köln-Schuld-Frechen". Einen Überblick darüber gibt es jetzt in dem gleichnamigen Buch zum Rennen.
Warum Köln-Schuld-Frechen, wenn es doch
eigentlich Frechen-Schuld-Frechen heißen müsste?
Seinen Ursprung hat das Straßenrennen in Köln. In den Jahren 1952-1968 hatte die Classicissima Colonia, wie sie oft liebevoll genannt wird, ihren Start und auch ihr Ziel in der Innenstadt von Köln. Die Rennfahrer fuhren von hier bis an die Ortsgrenze des kleinen Örtchens Schuld an der Ahr. Dort kehrten die Fahrer um, indem sie kurz vor Schuld um einen Baum herumfuhren und wieder Kurs in Richtung Ziel Köln nahmen.
Organisatorische Überlegungen führten dazu, im Jahr 1969 Start Ziel nach Frechen zu verlegen. Die Fahrer waren so schneller auf dem Weg in die Eifel und mussten bei ihrer Rückkehr nicht mehr den langen Weg in die auch Sonntags verkehrsreiche Kölner Innenstadt nehmen. Die Absperrung der Straßen in Köln erwies sich als immer schwieriger und die Rennen auf dem Rundkurs konnten schließlich nicht mehr durchgeführt werden.
So verlagerte der ausrichtende Verein RC Adler Köln 1921 e.V. das gesamte Renngeschehen in die westlich von Köln gelegene Stadt Frechen, die dieses Sportereignis gern und mit großer Unterstützung aufnahm.
Die Vorteile von Frechen:
Das Feld ist in kurzer Zeit aus dem Stadtgebiet heraus und auf direktem Weg in die Eifel. Rennen in weiteren Klassen können auf einem Rundkurs innerhalb Frechens durchgeführt werden. Ein radsportbegeisterter Bürgermeister, der den Veranstaltern mit Rat und Tat zur Seite steht und sie unterstützt und nicht zuletzt die Frechener Bevölkerung, die die Radfahrer jedes Jahr kräftig mit ihrem Erscheinen und ihrem Beifall motiviert.
In den Jahren 1977 bis 1979 war das Müngersdorfer Stadion Start und Ziel für das Radrennen. Doch letztendlich sind die Rahmenbedingungen in Frechen für den Adler Köln ausschlaggebend, Start und Ziel nun endgültig in Frechen zu belassen und die Namensgebung Köln-Schuld-Frechen beizubehalten. Damit befindet sich der kölsche Klassiker übrigens in prominenter Gesellschaft: Auch Paris-Roubaix wird - wie einige andere große Straßenrennen auch - nicht in Paris sondern vor den Stadttoren der französischen Hauptstadt gestartet.
Quelle: www.rc-adler.de










